Am Freitag, den 05. März startete die Herner Frauenwoche. Nicht wie gewohnt mit großer Eröffnung im Kulturzentrum, sondern digital. So minimalistisch das Programm gegenüber der Frauenwochen der letzten Jahre erscheint, die Bedeutung ist in diesem Jahr größer denn je.

Die Pandemie hat uns Frauen besonders hart getroffen. Zuvor auf dem Weg der Gleichberechtigung, sei es in Job, klassischer Familiensituation, Haushalt oder sonst irgendwo. Wir Frauen waren organisiert und strukturiert, haben delegiert und auch mal Auszeiten genutzt und genossen. Corona hat alles verändert…. Plötzlich standen wir da, ohne Kinderbetreuung, ohne Freizeitaktivitäten sei es für Mütter oder für Kinder, ohne Tagesstruktur, einfach allein gelassen. Leider können wir hier schon von Re-Traditionalisierung sprechen. Viele Frauen blieben zu Hause und kümmerten sich um die Kinder, oder arbeiteten im Homeoffice parallel zur Kinderbetreuung, Haushalt und Co. In der Öffentlichkeit wurde nett von Mehrfachbelastung gesprochen. Mehrfachbelastung…dieses Wort klingt einfach zu nett und einfach. Wir Frauen laufen am Limit, sind am Ende und werden allein gelassen mit völliger Perspektivlosigkeit. Und hier sprechen wir von gestandenen erwachsenen Frauen. Jetzt denken wir mal an die Kinder…der Schaden den die kleinen und großen Kinderseelen nehmen wird hoffentlich nicht irreversibel sein, aber sein wir ehrlich, sollte ein „normales“ Leben wieder möglich sein, werden wir viel zu tun haben.

Zudem ist das Bild was viele jetzt im Kopf haben wohl eher realitätsfern. Man denkt immer an Frauen, die in ihrem Haus mit Garten sitzen, die Kinder im Homeschooling an ihren Laptops, die Kleineren brav beim Spielen im Garten, nebenbei kocht die Küchenmaschine, der Mann kommt nachmittags von der Arbeit nach Hause und allen geht es gut. Genau dieses Bild wurde uns häufig in den Medien verkauft….leider alles andere als die Wirklichkeit! Viele Familien hocken zusammen auf engstem Wohnraum, ohne Garten, ohne elektronische Endgeräte für die Kinder, die finanzielle Existenz ist bedroht, Gewalt und Verzweiflung prägen den Alltag. Zufluchtsmöglichkeiten…Pustekuchen. Hilfsangebote häufig nur digital oder telefonisch….wie nutzen ohne Rückzugsort..?

Die Weltfrauentage der letzten Jahre waren immer fröhliche Tage mit Programm und Zusammenhalt. Wenn ich jetzt an den Weltfrauentag 2021 denke ist es ein Tag der nicht geprägt ist von freudigem Treiben und ausgelassener Stimmung. Es ist ein Tag an dem uns allen -vor allem der Männerwelt- wohl noch mal mehr als deutlich vor Augen geführt wird -> ohne uns Frauen geht es nicht!

Ich würde mir für die Zukunft wünschen das die Öffentlichkeit umdenkt, dass die Männer umdenken, dass die Arbeitgeber umdenken. Wir brauchen Zusammenhalt und Rücksichtnahme stärker denn je. Seien wir ehrlich .. auch Männer können kochen, putzen und sich wunderbar um die Kinder kümmern..es sollten einfach viel mehr Männer tun, denn auch das ist Wertschöpfung gegenüber uns Frauen!

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